Kleinstadt Klimafit Ein Projekt von GoingVis

Wie verbinden wir lokale Ideen mit Klimaanpassung?

Ideenbörse Boizenburg

Boizenburg/Elbe

Die Ideenbörse am 27. Mai 2019 war die Auftaktveranstaltung der "Plattform Zukunftsbilder Boizenburg", kurz PLATZ-B. Zuvor gab es in Boizenburg keine direkte Auseinandersetzung mit Klimaanpassung, auch Klimaschutz spielte in der Stadtpolitik nur eine untergeordnete Rolle.

Nach einer Einführung zum Klimawandel wurden die Themen von PLATZ-B präsentiert, mit einem Schwerpunkt auf "Wasser ist unser Element". Anschließend stellten vier Teilnehmer*innen bzw. Gruppenihre Ideen vor. Leitfrage war, wie diese Ideen für ein lebenswertes Boizenburg mit einer Anpassung an den Klimawandel verbunden können.

Die Ideen waren:

ein Wasserspielplatz an der Boize

ein Wettbewerb zu Klimaanpassung

ein Enten-Futter Automat, um die Wasserqualität im Hafen zu verbessern

ein modularer Kleingarten Prototyp.

Die entwickelten Ideen wurden vorgestellt, und die Menschen konnten sich in Listen zur Mitarbeit eintragen. Es sei "ein großartiges Erlebnis, wenn Jugendliche unbefangen von ihren Träumen erzählen und Erwachsene zuhören und begeistert sind", sagte eine Teilnehmerin bei der Abschlussrunde.

Zu den gesammelten Botschaften für die weitere Arbeit der Plattform zählten unter anderem: „Dran bleiben, nicht lockerlassen, es könnte doch was werden“, „Kleine Sachen bringen manchmal mehr als große“, „Schnell sichtbare Veränderungen schaffen“.

Eine Anleitung zu Ideenbörsen finden Sie hier.

Wie kann so ein Projekt finanziert werden?

Die Plattform trug die Kosten für das Catering, weitere Kosten fielen nicht an.
Plattform PLATZ-B Bürger*innen Bürgermeister
Die Plattform führte Vorgespräche, um Menschen für die Vorstellung ihrer Ideen zu gewinnen. Dazu organisierte sie die Veranstaltung. (r)evolutionäre ideen + Tolk unterstützen mit der Moderation und Kommmunikationsdesign.
Bürger*innen stellten ihre Ideen einer lebenswerten Stadt und Klimaanpassung vor.
Der Bürgermeister begrüßte die Gäste und erklärte seine Neugier auf die Arbeit der Plattform.
Die Plattform führte Vorgespräche, um Menschen für die Vorstellung ihrer Ideen zu gewinnen. Dazu organisierte sie die Veranstaltung. (r)evolutionäre ideen + Tolk unterstützen mit der Moderation und Kommmunikationsdesign.
Schweriner Volkszeitung vom 30.05.19
„Auf der Suche nach Lösungen“
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Was kann entstehen?

Es wurde gezeigt, dass es zum Thema Klimaanpassung interessierte Bürger*innen gibt, die sich vorher noch nicht kannten.

Die Tatsache, dass die Veranstaltung zu einem großen Teil von den Menschen vor Ort getragen wurde, hat zu einer sehr positiven Stimmung geführt.

 

Wie kann es weitergehen?

Die Idee des Wettbewerbs zu Klimaanpassung wurde von einer Gruppe Jugendlicher unter dem Titel "Jugend dreht am Klimawandel" umgesetzt.

Die Idee zu einem Wasserspielplatzes mündete in einer Projektgruppe zu einem "Klimafitten Mehrgenerationen Erlebnisraum" und ist aktuell in der Planungsphase mit ersten Entwürfen. Die Umsetzung wird angestrebt, ist aber von Fördermitteln abhängig.

TIPPS

Die Dokumentation der Veranstaltung finden Sie hier.

Eine Anleitung zu Ideenbörsen finden Sie hier.

Wie macht man eine Ideenbörse?

Ziele

Ideen zur Stadtentwicklung aufgreifen und gemeinsam aus dem Blickwinkel der Klimaanpassung betrachten, weiterentwickeln und Unterstützer*innen für die Umsetzung gewinnen

Zielgruppen

Bürger*innen
Organisierte Akteure
Politiker*innen
Verwaltungsmitarbeiter*innen

Personen

10-50

Dauer

2-3 h

Wie die Ideenbörse für Klimaanpassung funktioniert

Eine Ideenbörse setzt die Themen Klimaanpassung und Stadtentwicklung als gemeinsamer Rahmen. Die Leitfrage könnte sein: „Wie gestalten wir eine klimafitte und lebenswerte Kommune?“. So starten Menschen bei ihren Herzensthemen und erkunden dann gemeinsam, welche Beziehungen es zur Klimaanpassung (und Klimaschutz) gibt.

Wenn die Plattform bei der Umsetzung von Ideen auf Augenhöhe unterstützt wird, entwickelt sich eine gemeinsame Teilhabe. Und die Ideengeber*innen werden oft zu wichtigen Unterstützer*innen der Plattform.

Durch die frühe Fokussierung auf Ideen und das gemeinsame Tun entstehen eine positive Stimmung, Mut, Zuversicht und ein Gemeinschaftsgefühl. Damit können die oft vorherrschenden negativen Gefühlen wie Angst, Ohnmacht oder Verzweiflung ausgeglichen werden.

 

 

 

Vorbereitung

Führen Sie Gespräche im Vorfeld, um bereits ein bis zwei Ideengeber*innen zu finden und die Ideen gemeinsam vorzubereiten zu können. Weitere Ideen können bei der Veranstaltung spontan eingebracht werden.

Eine Ideenbörse kann gut in Kooperation mit anderen Akteuren durchgeführt werden, zum Beispiel mit einer Kirchengemeinde oder einer Umweltgruppe. Kooperationen erleichtern die Organisation. Sie machen die Gruppe der Teilnehmer*innen vielfältiger und die Diskussionen und oft  produktiver.

 

Durchführung

Bei einer Ideenwerkstatt stellt die einladende Plattform zu Beginn den Rahmen und die Methode der Veranstaltung vor. Hilfreich ist es, Klimaanpassungsprojekte aus anderen Kleinstädten vorzustellen, um den eigenen Handlungsraum damit greifbar zu machen.

Alle Teilnehmer*innen werden eingeladen, ihre Ideen in 3-5 Minuten vorzustellen. Es bietet sich an, insgesamt 4-6 Ideen zu präsentieren. Wichtig ist, dass sie in einer vertrauensvollen Atmosphäre offen erzählen können, was sie motiviert und in welche Richtung sie sich engagieren möchten. Wenn hier Leidenschaft und Engagement spürbar werden, springt der Funke über.

Nach der Vorstellung gibt es jeweils circa 5 Minuten Zeit für Verständnisfragen und ein erstes Feedback aus dem Plenum.

Die Ideen werden in Kleingruppen weiterentwickelt, zu denen sich die Teilnehmer*innen frei zuordnen können („Abstimmung mit den Füßen“). Wenn sich bei einer Idee keine Person einfindet, so ist dies in Ordnung und ein frühes Feedback für die ideengebende Person. Jede Kleingruppe hält ihre Ergebnisse an einer Moderationswand fest. Am Ende fragen die Ideengeber*innen, welche Personen Interesse an einer weiteren Mitarbeit haben. Diese Phase dauert 25-30 Minuten.

Zum Abschluss stellen die Ideengeber*innen die wichtigsten neuen Erkenntnisse vor. Dies kann gemeinsam mit Personen geschehen, die bei der Umsetzung der Idee mitmachen wollen (3 Minuten pro Idee). Alle Teilnehmer*innen können sich auf den Moderationswänden eintragen, wenn sie zu den nächsten Schritten informiert werden wollen oder mitarbeiten möchten.

 

Folgen

Die Ideengeber*innen nehmen die Erfahrungen mit und können, sofern sie möchten und Mitmachende gefunden haben, die nächsten Schritte planen. Hier kann die Plattform eine unterstützende Rolle einnehmen, indem sie berät, Kontakte herstellt und die Kommunikation unterstützt (Informationen über die Webseite oder den Newsletter der Plattform).

Beispielsweise ein Jahr nach der Ideenbörse kann im Rahmen einer weiteren Veranstaltung (gegebenenfalls einer 2. Ideenbörse) vorgestellt werden, wie die Ideen sich entwickelt haben und welche bleibenden Zeichen in der Stadt entstanden sind.

Im besten Fall entstehen aus den Ideen mit der Zeit Projektgruppen, die sich selbstständig organisieren und mit der Plattform partnerschaftlich zusammenarbeiten.