Kleinstadt Klimafit Ein Projekt von GoingVis

Wie verbinden wir lokale Ideen mit Klimaanpassung?

(c) Claus/Willeke

Ideenbörse Verbandsgemeinde Liebenwerda

Verbandsgemeinde Liebenwerda

Die Ideenbörse am 11. August 2020 war der öffentliche Auftakt der Plattform. Sie wurde in Kooperation mit der Kirchengemeinde Bad Liebenwerda durchgeführt. Die Ziele waren, das Thema Klimawandel in der Verbandsgemeinde Bad Liebenwerda stärker in den öffentlichen Diskurs zu bringen, Akteure aus der Zivilgesellschaft und Politik zu vernetzen sowie konkrete Ideen für Projekte zu entwickeln.

In den Jahren davor waren zu Klimaanpassung in Bad Liebenwerda die Prozesse „Eine Stadt zum Wohlfühlen im Klimawandel“ und ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept erarbeitet (2010-2014) worden. In Uebigau-Wahrenbrück hatte man ein integriertes Klimaschutzkonzept entwickelt und in die Umsetzung gebracht (2010-2014).

Die Ideenbörse startete mit Bildern aus der Region zu Schäden durch Trockenheit, Waldbrände, Stürme sowie Niedrig- und Hochwasser. Eine hohe persönliche Betroffenheit, Wut und Ohnmachtsgefühle waren unter den Teilnehmer*innen deutlich zu spüren.

Drei Themen wurden von den Teilnehmer*innen vorgeschlagen und in Kleingruppen entwickelt:

Niedrigwasser der Schwarzen Elster

Pflanzaktionen

Tröpfchenbewässerung im eigenen Garten.

Zum Abschluss wurden die hierfür entwickelten Vorschläge vorgestellt, viele Teilnehmer*innen meldeten sich für eine aktive Mitarbeit an. Es entstand ein kollektives Bewusstsein, dass man gegen die Folgen des Klimawandels gemeinschaftlich etwas unternehmen kann.

Eine Anleitung zu Ideenbörse finden Sie hier.

Wie kann so ein Projekt finanziert werden?

Die Kosten für ein kleines Catering wurden von der Plattform übernommen.
Leuchtturm LOUISE Kirchengemeinde Bürger*innen
Leuchtturm LOUISE organisierte die Ideenbörse in Kooperation mit der Kirchengemeinde und bereitete sie inhaltlich vor. (r)evolutionäre ideen + Tolk unterstützen mit der Moderation und dem Kommmunikationsdesign.
Die Kirchengemeinde bewarb die Veranstaltung (Gemeindebrief, Plakate, Ansprache), gab einen Impuls zum Einstieg und stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung.
Die Bürger*innen brachten ihre Ideen ein, entwickelten sie und erklärten sich zur Mitarbeit bereit.
Leuchtturm LOUISE organisierte die Ideenbörse in Kooperation mit der Kirchengemeinde und bereitete sie inhaltlich vor. (r)evolutionäre ideen + Tolk unterstützen mit der Moderation und dem Kommmunikationsdesign.
  • (c) Jens Berger

  • (c) Mona Claus

  • (c) Frank Claus

  • (c) Jens Berger

  • (c) Claus/Willeke

Was kann entstehen?

Bei den Teilnehmer*innen entwickelte sich  ein Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels und die Notwendigkeit zum Handeln.

Die Ideengeber*innen entwickelten ihre Projekte weiter und setzten sie in der Folge um.

Es entstanden Kooperationen zwischen den Ideengeber*innen und der Plattform.

Wie kann es weitergehen?

Auf Basis der intensiven Diskussionen zu Niedrigwasser rückte Leuchtturm LOUISE das Thema Wasser bzw. Wasserrückhalt in der Landschaft sowie die Bekämpfung der Niedrigwassersituation im Einzugsgebiet der Schwarzen Elster an die erste Stelle.

Es folgte eine zweite Informationsveranstaltung mit der Kirchengemeinde am 16.09.21, bei der die vielfältigen Aktivitäten und Ergebnisse vorgestellt und reflektiert wurden.

TIPPS

Eine Anleitung zu Ideenbörsen finden Sie unten stehend sowie hier.

Wie macht man eine Ideenbörse?

Ziele

Ideen zur Stadtentwicklung aufgreifen und gemeinsam aus dem Blickwinkel der Klimaanpassung betrachten, weiterentwickeln und Unterstützer*innen für die Umsetzung gewinnen

Zielgruppen

Bürger*innen
Organisierte Akteure
Politiker*innen
Verwaltungsmitarbeiter*innen

Personen

10-50

Dauer

2-3 h

Wie die Ideenbörse für Klimaanpassung funktioniert

Eine Ideenbörse setzt die Themen Klimaanpassung und Stadtentwicklung als gemeinsamer Rahmen. Die Leitfrage könnte sein: „Wie gestalten wir eine klimafitte und lebenswerte Kommune?“. So starten Menschen bei ihren Herzensthemen und erkunden dann gemeinsam, welche Beziehungen es zur Klimaanpassung (und Klimaschutz) gibt.

Wenn die Plattform bei der Umsetzung von Ideen auf Augenhöhe unterstützt wird, entwickelt sich eine gemeinsame Teilhabe. Und die Ideengeber*innen werden oft zu wichtigen Unterstützer*innen der Plattform.

Durch die frühe Fokussierung auf Ideen und das gemeinsame Tun entstehen eine positive Stimmung, Mut, Zuversicht und ein Gemeinschaftsgefühl. Damit können die oft vorherrschenden negativen Gefühlen wie Angst, Ohnmacht oder Verzweiflung ausgeglichen werden.

 

 

 

Vorbereitung

Führen Sie Gespräche im Vorfeld, um bereits ein bis zwei Ideengeber*innen zu finden und die Ideen gemeinsam vorzubereiten zu können. Weitere Ideen können bei der Veranstaltung spontan eingebracht werden.

Eine Ideenbörse kann gut in Kooperation mit anderen Akteuren durchgeführt werden, zum Beispiel mit einer Kirchengemeinde oder einer Umweltgruppe. Kooperationen erleichtern die Organisation. Sie machen die Gruppe der Teilnehmer*innen vielfältiger und die Diskussionen und oft  produktiver.

 

Durchführung

Bei einer Ideenwerkstatt stellt die einladende Plattform zu Beginn den Rahmen und die Methode der Veranstaltung vor. Hilfreich ist es, Klimaanpassungsprojekte aus anderen Kleinstädten vorzustellen, um den eigenen Handlungsraum damit greifbar zu machen.

Alle Teilnehmer*innen werden eingeladen, ihre Ideen in 3-5 Minuten vorzustellen. Es bietet sich an, insgesamt 4-6 Ideen zu präsentieren. Wichtig ist, dass sie in einer vertrauensvollen Atmosphäre offen erzählen können, was sie motiviert und in welche Richtung sie sich engagieren möchten. Wenn hier Leidenschaft und Engagement spürbar werden, springt der Funke über.

Nach der Vorstellung gibt es jeweils circa 5 Minuten Zeit für Verständnisfragen und ein erstes Feedback aus dem Plenum.

Die Ideen werden in Kleingruppen weiterentwickelt, zu denen sich die Teilnehmer*innen frei zuordnen können („Abstimmung mit den Füßen“). Wenn sich bei einer Idee keine Person einfindet, so ist dies in Ordnung und ein frühes Feedback für die ideengebende Person. Jede Kleingruppe hält ihre Ergebnisse an einer Moderationswand fest. Am Ende fragen die Ideengeber*innen, welche Personen Interesse an einer weiteren Mitarbeit haben. Diese Phase dauert 25-30 Minuten.

Zum Abschluss stellen die Ideengeber*innen die wichtigsten neuen Erkenntnisse vor. Dies kann gemeinsam mit Personen geschehen, die bei der Umsetzung der Idee mitmachen wollen (3 Minuten pro Idee). Alle Teilnehmer*innen können sich auf den Moderationswänden eintragen, wenn sie zu den nächsten Schritten informiert werden wollen oder mitarbeiten möchten.

 

Folgen

Die Ideengeber*innen nehmen die Erfahrungen mit und können, sofern sie möchten und Mitmachende gefunden haben, die nächsten Schritte planen. Hier kann die Plattform eine unterstützende Rolle einnehmen, indem sie berät, Kontakte herstellt und die Kommunikation unterstützt (Informationen über die Webseite oder den Newsletter der Plattform).

Beispielsweise ein Jahr nach der Ideenbörse kann im Rahmen einer weiteren Veranstaltung (gegebenenfalls einer 2. Ideenbörse) vorgestellt werden, wie die Ideen sich entwickelt haben und welche bleibenden Zeichen in der Stadt entstanden sind.

Im besten Fall entstehen aus den Ideen mit der Zeit Projektgruppen, die sich selbstständig organisieren und mit der Plattform partnerschaftlich zusammenarbeiten.