Kleinstadt Klimafit Ein Projekt von GoingVis

Wie funktioniert ein Erlebnisspaziergang?

Ziele

Lokale Orte und Themen aus der Perspektive der Klimapassung wahrnehmen, verstehen und gemeinsame Projektideen entwickeln

Zielgruppen

Bürger*innen

Organisierte Akteure

Politiker*innen

Verwaltungsmitarbeiter*innen

Personen

8-12

Dauer

2-3 h

Wie Erlebnisspaziergänge für Klimaanpassung funktionieren

Erlebnisspaziergänge erlauben es, Menschen bei ihren Themen und in der Gegenwart abzuholen und dann die Verbindung zu Klimaanpassung zu erarbeiten. Sie lernen auch, welche Bürger*innen oder Akteure die Plattform unterstützen möchten und welche Kooperationsmöglichkeiten es geben könnte.

Durch die Besuche bestimmter Orte und ihrer genauen Betrachtung durch die Augen verschiedener Teilnehmer*innen können Bedürfnisse oder Probleme beschrieben und erkannt werden. Zum Beispiel die starken Einschränkungen der schlechten Begehbarkeit eines Marktplatzes und die zusätzliche Belastung in Hitzetagen, die zu eingeschränkten sozialen Kontakten von Senior*innen und einer eingeschränkten Mobilität von Eltern mit Kinderwägen führt. Sehr klare, erfahrbare Probleme werden mit Auswirkungen des Klimawandels in Beziehung gesetzt; gleichzeitig werden vor Ort auch direkt Lösungsoptionen gesammelt, abgeschritten, angezeichnet und Kooperationen angestoßen. Veränderungen durch den Klimawandel werden greifbar, genauso wie Lösungen.

Erlebnisspaziergänge bieten genügend Zeit, um die eigene Rolle zu erkennen. Wissen und Ideen können aufgenommen werden, ohne sie gleich zu bewerten. Unterschiedliche Standpunkte werden genannt, die Teilnehmer*innen haben in einem positiven Format Zeit, sich damit auseinanderzusetzen, zu lernen und Vielfalt wertzuschätzen.

Durch Gruppengrößen von 8-12 Personen und eine schrittweise Bewegung entstehen viele ungezwungene Gesprächssituationen, bei der Menschen auf der Basis des gemeinsamen Erlebens ins Gespräch kommen. Sie beginnen, Geschichten zu erzählen (Wo komme ich her? Was macht dieser Ort mit mir? Was könnten wir gemeinsam tun?). Der kontinuierliche Perspektivwechsel, der beim Gehen entsteht, öffnet den Geist und schafft eine Distanz zu Gedanken, die oft mit Routinen verbunden sind (zum Beispiel Kommentare am Frühstückstisch).

Beispielsweise schuf die Stand-Up-Paddle Tour in Boizenburg, die auch an der alten Werft vorbeiführte, einen „magischen“ Moment. Das Neue in der Form vieler bunter Surfbretter mit mutigen Menschen kam in einem Bild zusammen mit der industriellen Vergangenheit.

 

Vorbereitung

In der Vorbereitung wählen Sie Orte und Fragen für den Erlebnisspaziergang aus. Sie können hierfür mit lokalen Expert*innen zusammenarbeiten, die sich beispielsweise mit Fragen der Gesundheit oder des Waldumbaus auskennen.

Gehen Sie die Route gemeinsam ab und lassen Sie sich bereits hier auf Ihre eigene Wahrnehmung ein. Ansonsten gilt: Nicht zu viel planen, einfach losgehen!

 

Durchführung

Kurze Einführung und Vorstellungsrunde, Lockerungs- oder Wahrnehmungsübungen

Gemeinsamer Aufbruch und Laufen der Route

Für die Dokumentation bietet sich an, dass die Expeditionsleitung eine Person bittet, die wichtigsten Punkte festzuhalten. „O-Töne“ und Fotos helfen Ihnen, später die Ergebnisse anschaulich zu kommunizieren.

Zum Abschluss sind Getränke und gegebenenfalls ein kleiner Snack eine schöne Geste. Frage Sie, wie die Teilnehmer*innen die gemeinsame Reise erlebt haben, was sie mitnehmen und ob Sie Lust haben, die entstandenen Ideen weiterzudenken und vielleicht auch umzusetzen.

Nachbereitung

Die Dokumentation können Sie anhand der Stationen aufbauen und jeweils ein Foto, aktuelle Probleme und mögliche Auswirkungen des Klimawandels sowie und Ideen für Veränderungen notieren.

TIPPS

Gerade bei Erlebnisspaziergängen zu Hitze ist es wichtig, dass Sie als Gruppe genügend Getränke dabeizuhaben und ausreichend Schattenplätze für die Erholung einplanen.

Wenn Sie eine Online-Karte aufgebaut haben, können die Teilnehmer*innen mit ihrem Smartphone direkt Fotos und Kommentare in die Karte hochladen (dies wurde bei den GemeinsamSuchTagen in Boizenburg gemacht). Dies eignet sich für Menschen, die ihr Smartphone sehr gut und gerne nutzen, für andere kann diese Methode ablenkend und frustrierend sein.

Besonders interessierte Teilnehmer*innen können eingeladen werden, in Kooperation mit der Plattform einen eigenen Erlebnisspaziergang zu entwickeln und umzusetzen.